Da der kunstinteressierte Laie aber kaum das äußerst aufwendige Verfahren zur Herstellung einer Bronze kennt, werden wir nun versuchen, Ihnen die Technik „DER VERLORENEN FORM“ in kurzen Abschnitten zu erklären:

 

DIE VORARBEIT

 

Am Beginn jeder Figur

stehen unzählige Naturstudien 

und Skizzen, die der Anatomie und 

Dynamik dienen,

erst dann beginnt die eigentliche

Arbeit des Modellierens.

 

DAS MODELLIEREN

 

 

Der Künstler verwendet zur Anfertigung des als Grundlage für den späteren Guss erforderlichen Modells ein spezielles 

Modellierwachs, welches über ein eigens angefertigtes Stützgerüst aufmodelliert wird.

 

DAS ABFORMEN DES FERTIGEN MODELLS

Das fertig modellierte Wachs- modell kommt anschließend in die Kunstgießerei.

Dort wird das Modell mit 

Spezialsilicon ummantelt.

 

Die so entstehende Siliconform wird durch einen Gipsmantel verstärkt und erst dann kann das Originalmodell der Siliconform entnommen werden. Es wird „ENTFORMT“ wie es in der Fachsprache heißt.


 

 DER HOHLE WACHSABGUSS

Der nächste Arbeitsschritt besteht in der Herstellung eines hohlen Wachsabgusses,

dessen Wandstärke nur 5 bis 6 mm erreicht und so zu einer Hohlform des Original- modells wird.

Dieses hohle Modell wird nun vom Künstler erneut überarbeitet und an dem Modell werden Einguss-und Entlüftungskanäle ebenfalls in Wachs angebracht.

Dann wird das hohle Modell in eine spezielle Keramikmasse getaucht, die es nun mit einer 10 cm dicken Schicht umhüllt und alle Hohlräume auffüllt. Danach kommt es zum so genannten

 

WACHSAUSSCHMELZVERFAHREN

 

In einem Ofen wird die Keramikform auf 150° erhitzt und das schmelzende Wachs läuft aus dem Keramikmantel heraus. Die nun leere Keramikform wird dann bei ca. 1000° mehreer Stunden gebrannt und wird steinhart. Danach wird die Keramikform in Stahlkugeln eingebettet um dem Gießdruck entgegenzuwirken, Standfestigkeit herzustellen und das spätere Abkühlen zu begünstigen.

 

BRONZEGUSS

Nun erfolgt der eigentliche Bronzeguss.

 

Gegossen wird bei etwa 1200° bis 1350° (Temperatur der glutflüssigen Bronze). 

 

Hier handelt es sich um eine Legierung aus rund 90 % Kupfer und 10 % Zinn. 

 

Die glutflüssige Bronzelegierung wird in die Keramikform gegossen und füllt nun die durch das Ausschmelz- verfahren entstandenen Hohlräume.

 

DAS ENTFORMEN

 

Das Erkalten dauert in etwa drei Stunden. Dann wird die Keramikform abgeschlagen.

 

Danach erfolgt das Entfernen der jeweiligen 

Einguss- und Entlüftungskanäle

sowie das Sandstrahlen und Bürsten der in diesem Stadium noch goldglänzenden Bronzeteile.

 

NACHBEARBEITEN UND PATINIEREN

 

 

 

Erneut kommt es zur manuellen Nachbearbeitung durch den Künstler. Im Rahmen dieses Arbeitsschrittes werden alle Feinheiten überprüft und nachbearbeitet. 

Für das Patinieren wird die Bronze mit verschiedenen säurehaltigen 

Substanzen bearbeitet die in der Hitze des Propangasbrenners 

die gewünschten Farben entwickeln.